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Bärendienst für Fledermäuse

BAUS-Pressemitteilung  | 27. August 2016

Klage gegen Regionalbahn: Naturschutz gegen Verkehrswende
„Bärendienst für Fledermäuse“
Bürger beziehen gegen Naturschützer Stellung

Reningen/Leonberg/Calw  Die Bürgeraktion Unsere Schwarzwaldbahn (BAUS) hält die Klage des Naturschutzbundes gegen das Bahnprojekt Calw – Renningen für falsch. Der Schutz von Fledermäusen sei wichtig, aber Bahnfahren trage nicht weniger zum Naturschutz bei. Das Vorgehen der Naturschützer gefährde von seinen Folgewirkungen her zudem die heutigen Fledermauspopulationen in den Tunnels anderer Bahnstrecken.

Die nun erfolgte Klage des Naturschutzbundes (Nabu) gegen die Wiederbelebung der Bahnverbindung von Calw nach Stuttgart ist nach Einschätzung der Bürgeraktion Unsere Schwarzwaldbahn (BAUS) ein unsinniger Schritt. Für Reinhard Hackl, Sprecher der Initiative aus dem Altkreis Leonberg, gerät der Landesverband der Naturschützer damit auf das falsche Gleis. Hackl verweist darauf, dass die Verkehrswende hin zu klima- und naturfreundlichen Verkehrsmitteln wie dem Schienenverkehr in konkreten Schritten erfolgen müsse. Gerade dazu bilde die Reaktivierung des Calwer Teils der „Württembergischen Schwarzwaldbahn“ durch den Kreis Calw, die nun seit 30 Jahren diskutiert werde, endlich einen wichtigen Beschluss. Um so unverständlicher sei nun der Versuch einer Blockade dieses wichtigen Verkehrsprojektes in der Metropolregion Stuttgart ausgerechnet durch Naturschützer.

Auch Hans-Joachim Knupfer, Mitbegründer der Bürgeraktion, hält die Forderung des Naturschutzbundes, während der Schwarm- und Ruheperioden der Fledermäuse in den Bahntunnels Busse statt Züge einzusetzen, für „an der Wirklichkeit vorbeigehend“. Die längere Reisezeit und geringere Flexibilität sei den Fahrgästen nicht zuzumuten. Auch mache der Nabu keine Aussage, wer die Mehrkosten für den teureren Busverkehr tragen solle. Eine Abwanderung von Bahnkunden auf Autos habe aber in jedem Fall mehr Benzinverbrauch, Luftverschmutzung und überfahrene  Tiere auf den Straßen zur Folge.  „Viele Naturschützer fahren daher aus Prinzip mit der Bahn“, so Knupfer: „Der Nabu sollte die Interessen von möglichst vieler seiner Mitglieder abbilden.“ In der Praxis fördere die Vorgehensweise der Nabu-Landesvertretung  nicht den Fledermausschutz, sie wirke sogar kontraproduktiv.

Knupfer weist darauf hin, dass auch die Betreiber anderer Eisenbahnstrecken nun alle Gründe hätten, dafür zu sorgen, dass ihre Tunnel auf keinen Fall mehr Unterschlupf für Fledertiere böten. Schließlich müssten die Eisenbahnen sonst befürchten, dass der Nabu gegen weitere Zugverkehre vorgehe. Damit sei nun auch die jahrzehntelange problemlose Koexistenz von Fledermäusen und Zugverkehr auf regulären und rege befahrenen Bahnstrecken bedroht. Hans-Joachim Knupfer: „Der Nabu erweist den Tieren keinen guten Dienst.“ Weil die Fördermittel für die Bahnsanierung nach Calw im Jahr 2018 auslaufen, darf das Reaktivierungsvorhaben nicht verzögert werden. Die Bahnaktivisten für die 1872 erstmals eröffnete Calwer Schwarzwaldbahn wollen daher das Gespräch mit dem Nabu suchen.


Kommentare:
Norman Polensky: Kann Herr Knupfer konkrete Bahntunnels benennen
wo angeblich eine Jahrzehnte lange Koexistenz von
Dieselzugen die mit 100Std.km durch die Tunnel rasen mit dort sich aufhaltenden Fledermäusen bestehen.
Eine einfache Behauptung ist nicht überzeugend (18.09.2016)

Hans-Joachim Knupfer: Sehr geehrter Herr Polensky,

wenn Sie mit Eisenbahnern Kontakt halten, wissen Sie, dass Fledermäuse in rege und rasch befahrenen Eisenbahntunnels dort in vielen Fällen seit Menschengedenken zur "Grundausstattung" gehören. Wenn Sie solchen Kontakt nicht halten, sollten Sie unsere Aussagen nicht anzweifeln.

Aus dem letzten Absatz unserer Info vom 27.08.2016 geht klar hervor, dass Bahnbetreiber nun durch die vom Nabu geschaffene Situation leider kein Interesse mehr haben, konkrete Musterfälle zu nennen. Wenn Sie dies gelesen haben, warum fragen Sie dann noch nach konkreten Nachweisen?

Wenn Sie an unserer Veranstaltung Bahngrenzwanderung vom 1.10.2016 teilgenommen hätten, wären Sie dabei gewesen, wie ein alter Hase von Bahnmeister, mit über 50 Jahren Erfahrung mit den Bahnanlagen im Nordschwarzwald, ausführlich darüber berichtet hat, wo er bereits zur Dampflokzeit in den Tunnels von Fledermauskolonien umschwärmt war, die sich dort offenbar bestens wohlfühlten. Das ist aber keine Einzelerfahrung, dies deckt sich mit seit vielen Jahren bekannten Aussagen von Eisenbahnern aus anderen Regionen.

Wenn Sie heute am 4.10.2016 um 12.30 den Sender SWR 4 gehört haben, dann hätten Sie dort eine Wiedergabe des Interviews vom 1.10. zwischen Reporter und Bahnmeister zum Thema Fledermäuse hören können.

Es ist bedauerlich, dass Sie noch keine unserer Veranstaltungen besucht und somit keine einzige Möglichkeit wahrgenommen haben, sich mehr sachkundig zu machen. Insoweit erübrigen sich Ihre nachträglichen Kommentare und Anfragen. Bitte sehen Sie daher davon ab, vielen anderen Menschen seit langer Zeit ständig unnötige Arbeit zu bescheren oder an die dienstlichen Anschriften meines Arbeitgebers, meiner Vorgesetzten und Kollegen, wie Sie dies ohne Grund und Berechtigung bereits getan haben, Mitteilungen zu richten, die meine beruflich-fachliche Qualifikation in Zweifel ziehen. Ihre Aktivitäten zur Verhinderung der Schwarzwaldbahn schießen über ein angemessenes und sozial akzeptables Maß deutlich einseitig hinaus.

Freundliche Grüße, H.-J. Knupfer
(04.10.2016)

 
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